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Sternenbanner, January 1944.

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4 STERNENBANNER

Ein Jahr andauernder Vormarsch der Roten Armee Deutsche Gegenangriffe scheitern. [map] Deutsche Frontlinie am 7, Januar 1944 [text box in article] ".. in der Zukunft .." "Die deutschen Soldaten überwanden die Schrecken der bolschewistischen Kriegsmaschine und schwächten die Kampfkraft und das Kriegspotential der Sowjetunion in einem Ausmass, das sich erst in der Zukunft erweisen wird." -- Hans Fritzsche: Rundfunkrede, 31-10-42.

In den letzten wochen des jahres 1943 und in den ersten Tagen des neuen Jahres stiess die Rote Armee an verschiedenen Abschnitten der langen Ostfront mit gewaltigen Kräften vor. Besonders gross war ihr Bodengewinn im Raum von Witebsk in Weissrussland und im Raum von Kiew in der Ukraine. Im Raum von Kiew brachte die Rote Armee die mächtige deutsche Gegenoffensive, die Schitomir und Korosten über- rannt hatte, zunächst zum Stehen. In einem wütenden Gegenschlag entrissen dann die russischen Truppen unter General Vatutin den Deutschen alle Gewinne im Abschnitt von Kiew, eroberten korosten und Schitomir zurück und drangen weiter vor. Eine grosse Zahl von Ortschaften wurde erobert. 14 deutsche Infanteriedivisionen und Schitomir zurück und drangen weiter vor. Eine grosse Zahl und 8 Panzerdivisionen, darunter die Waffen-SS-Divisionen "Adolf Hitler"und "Reich,"wurden gezwungen, sich über die poinische Grenze von 1939 zurückzuziehen. Die folgende Übersicht schildert die militärischen Ereignisse an der Ostfront während des Jahres 1943:

Am I. Januar war Velikije Luki wieder im russischen Hand. Die deutsche Garnison wurde nahezu vollständig aufgerieben. Zwei Wochen später drangen die Russen in Schlüsselburg ein und zerbrachen so den eisernen Ring der Deutschen um Leningrad.

Aber die Szene der wahrhaft entscheidenden Ereignisse war der Südabschnitt der russischen Front. Die Belagerung Stalingrads wurde au einer deutschen Katastrophe. Gleichzeitig rückte die Rote Armee am mittleren und unteren Don und im Kaukasus mit unwiderstehilcher Macht vor. Am 3.Januar nahm sie Mosdok; drei Tage später 23 Städte, im Laufe der nächsten vier Tage 21 Städte, am 8. Januar 24 Städte und am nächsten Tage weitere 22 Städte. Am 25. Januar war [Woronesch?] am oberen Dohn zurückerobert; fün Tage später Maikop, das Ölzentrum im Westkaukasus.

503.650 Mann verloren Indessen tobte die Schlacht um Stalingrad mit unerhörter Bitterkeit. Sie hatte im August 1942 begonnen. Sie endete am 2. Februar 1943 mit der vollständigen Niederlage der Deutschen, Stalingrad wurde zum Grab hunderttausender deutscher Soldaten. Generalfeldmarschall Pauus mit vierundzwanaig Generalen und mehr als 93.000 Offizieren und Mann wurden gefangen genommen. An Toten, Verwundeten und Gefangenen hatten die Streitkräfte der Achsenmächte in der Schlacht um Stalingrad 503.650 Mann verloren.

Nun verfolgten die Russen die geschlagenen Deutschen auf ihrem Rückzug nach dem Westen. Sie eroberten im Februar die Städte Charkow, Bjelgorod und Rostow zurück. Dort wurde der Angriff der Russen aufgefangen. Im März drangen deutsche Kräfte wiederum in Charkow und ein und festiten dort ihre Verteidigungslinie. Im selben Monat stiessen die Russen westlich Moskau vor und gewannen Wjasma und Rhzow zurück.

Am 5. Juli Eröffnete Generalfeldmarschall von Kluge siene lang erwartete Sommeroffensive. Er hatte zwanzig Divisionen bei Orel und Bielgorod zusammengezogen und warf sie in eine gewaltige Schlacht am mittleren Abschnitt der Ostfront. Elf Tage später begann der russische Gegenstoss. Am 5. August hatten die Russen Orel und Bjelgorod zurückerobert, am 23. August stürmten sie Charkow und eine Woche später Taganrog am Asowschen Meer, den Eckstein des deutschen Verteldisungssytems. Aber die starken deutschen Gegenstösse konnten den russischen Angriff nur zeitweilig aufhalten. Die Russen zwangen die Deutschen, das reiche Donetzbecken und die Hälfte der fruchtbaren Ukraine zu räumen und sich aus Briansk, Poltawa, Tschernigow und Smolensk, dem Sitz des deutschen Hauptquartiers, zurückzuziehen. Oktober waren die Russen bis zum Dnjepr vorgestossen und hatten dort an verschiedenen Stellen des 2.300 Kilometer langen Flusses Brückenköpfe errichtet.

Die Deutschen hatten gehofft, wich jenseits des Dnjepr einzugraben und in warmen Winterquartieren, die ihnen in den ersten zwei russischen Kriegswintrn versagt geblieben waren, einem dritten russichen Kriegswinter zu entgehen.

Das erwies sich jedoch als unmöglich. Die Russen überschritten den Dnjepr ober- und unterhalb Kiews und ber Krementschug und drangen während der Herbstmonate tief in die deutschen Linien im Dnjeprbogen und westlich Kiews ein.

Im Norden der Front hatten die Russen inzwischen Newel erobert und als der Winter einsetze, eröffneten sie eine grossangelegte Offensive gegen Vitebsk und in Richtung der polnischen Grenze von 1939.

Der deutsche Gegenschlag Nun holten die Deutschen zum erstenmal seit März zu einem Gegenschlag aus. Starke deutsche Streitkräfte, it den Panzerdivisionen General Hoths als Stahlkern, eröffneten eine Gegenoffensive und eroberten Schitomir und Korosten zurück. Aber nach anderthalb Monaten holten die Russen wieder zum Angriff aus und gewannen nicht allein das in der deutschen Offensive gewonnene Gelände zurück, sondern stiessen noch weit darüber hinaus vor.

So endete das Jahr 1943 für die Deutschen mit einer grossen Verlustbilanz. Die Russen, die an den Ufern der Wolga und in den kaukasischen Bergen zu Beginn des Jahres zur Schlacht angetreten waren, hatten die Deutschen in einer Tiefe von mehr als tausend Kilometer gegen den Westen zürückgeworfen. Sie haben die deutschen Winterstellungen zerschlagen, sie haben das deutsche Verkehrsnetz in der ganzen reite der Front zerrissen, sie haben die deutsche Angriffskraft in Russland gebrochen. Vom 8. November 1942 bis zum 8. November 1943 haben die Deutschen in Russland vier Millionen Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen und an Kriegsmaterial 25.000 Panzer und 40.000 Geschütze verloren. Sie mussten ein Gebiet ráumen das annähernd so gross ist wie Deutschland, Österreich, das Sudetenland und Frankreich zusammen. USG 23

General Krueger in Neu-Britannien [b/w photo of General Krueger] Am 15. Dezember begann im Südwestpazifik die Offensive gegen die Insel Neu-Britannien. An der Spitze der amerikanischen Invasionsarmee stand ein General, der Gebürtiger Deutscher ist. Es ist Generalleutnant Walter C. Krueger, der vor 63 Jahren in Flatow zur Weit gekommen ist.

Krueger war acht Jahre alt, als er mit seiner verwitweten Mutter nach Amerika auswanderte; dort liessen sie sich im Mittlewest nieder. Als 17-jähriger trat er freiwillig in die Armee der Vereinigten Staaten ein, die damals den Kampf für die Befreiung Kubas von der spanischen Herrschaft führte. Seit damals gehört Krüger der amerikanischen Armee an. Im letzten Krieg zeichnete er sich im Kampf beim Schloss Thierry aus. 1941 leitete er die grössten Manöver, die in den Vereinigten Staaten abgehalten wurden. General Krueger geniesst hohes Ansehen als Lehrmeister seiner Soldaten. Jede Division der Vereinigten Staaten hat der Gründlichkeit und Genauigkeit General Kruegers zu danken, unter dessen Leitung sie zu militärischen Operationen herangebildet wurde.

Die Invasion von Neu-Britannien durch General Kruegers 6. Armee ist ein Glied in einer ununterbrochenen Kette erfolgreicher Invasionen der Inseln im südwestlichen Pazifik. Die Landung auf der Insel Neu-Britannien gelang ohne den Verlust eines Einzigen Flugzeuges oder Schiffes. Nachdem die Südküste Neu-Britanniens aus der Luft und vom Meere aus heftig bombardiert wurde, landeten die Truppen mit Seepanzern an der Spitze an drei Stellen der Insel. Der japanische Widerstand wurde rasch gebrochen und die amerikanischen Streitkräfte errichteten einen starken Brückenkopf bei Kap Markus.

Neu-Britannien ist die grösste Insel der Bismarckgruppe. Sie hat die Gestalt eines Halbmondes, dessen südliche Sichelspitze auf Neu-Guinea weist. Dort haben die Alliierten, gleichsam gegenüber Neu-Britannien, den Stützpunkt Finschhafen erobert. Auf der nördlichen Sichelspitze Neu-Britanniens, ungefähr 400 Kilometer vom Kap Markus, liegt Rabaul, der Hauptstützpunkt der Japaner. Rabaul ist Ziel ständiger schwerer Luftangriffe.

Der Besitz Neu-Britanniens würde den Alliierten die vollkommene Herrschaft über das ganze Inselgebiet im Nordosten von Australien sichern.


Amerika lieferte an Russland . . . Die Vereinigten Staaten haben an Russland auf Grund des Leih-und Pachtgesetze bis Enda Oktober 1943 Kriegsmaterial, Stahl, Petroleum und Lebensmittel im Werte von 2,550,443.00 Dollar geliefert, wie offiziell in Washington verlautbart wurde.

Mehr als die Hälfte dieser Summe wurde für Kriegsmaterial aufgewandt. Bis Ende Oktober 1943 lieferte Amerika an Russland u.a.: 7,000 Flugzeuge, 3,500 Panzer, 130,000 Maschinenpistolen, 150,000 Lastkraftwagen, 25,000 Geländewagen, 225,000 Feldtelephone, 1,200,000 km Telefondraht.